System-Anomalie

Wer hat das Lenkrad?!

“Das bringt doch nix!”

In welcher Gesellschaft möchtest Du leben?

(Foto: Bernd Schäfer, LPM. Das haben wir doch alles schon! Was kriegen wir dafür? Das Alte hat sich bewährt! Das haben wir noch nie gemacht! Das bringt doch nichts!)

Ein paar Gedanken zum Kaffee #01 😉

Vor ein paar Tagen wurde ich auf ein Projekt aufmerksam, welches mich sofort begeistert hat. Es geht um eine App, die gesellschaftspolitische Bürgerteilhabe verspricht und meinem “sich Einmischen wollen” im Großen und Ganzen erst einmal gerecht wird.

Nachdem ich artig beim Crowdfunding mitgemacht habe, bewarb ich mich dort auch noch als “Botschafter“.  In Gedanken: ‘Ja, das passt zu mir. Ich empfinde mich als jemanden, der die Botschaft zu seiner Leidenschaft der Demokratie in die Welt hinaustragen möchte‘.

Guten Gewissens, wieder einmal meinen Beitrag an und für die Gesellschaft, also die Gemeinschaft in der ich lebe zu leisten, machte ich mich sofort daran, mir einen Plan zu überlegen, wie ich den Rest der Welt ebenfalls dazu überzeugen kann, sie für die Demokratie zu begeistern.

Aus meiner Erfahrung, zum Beispiel mit der organisierten Gesprächsrunde “The Great Debaters” wusste ich schon, das in dem Moment, wo es um das ganz praktische Handeln geht, die Menschen fern bleiben, die ich auch den sozialen Netzwerken so kenne.

Auf Facebook, auf Twitter erlebe ich gefühlt eine unglaublich hohe Beteiligung an gesellschaftspolitischen Themen. Jeder hat seine Meinung, was schief läuft, was man verbessern könnte, was gar nicht geht. Empörung an vielen Ecken. Emotional und gefühlt wahrhaftig.

“Klasse”, denke ich mir. “Und hier haben wir endlich auch wieder was zum Mitmachen!” und frohen Mutes präsentiere ich wieder einmal ein Projekt, welches die gelebte Demokratie in jeder Faser ausdrückt.

Doch dann kommt die Enttäuschung. “Meinste, das bringt was?” – “Demokratie gibts doch gar nicht mehr” – “Das haben schon ganz andere versucht!” – “Sag Bescheid, wenns los geht” – “Oh, da hab ich jetzt ja mal gar keine Zeit für“.

Um mich jetzt komplett entmutigt oder desillusioniert zurück zuziehen, steht mein inzwischen herangewachsenes Wesen dagegen. Mein Leben bestand aus zu vielen Rückschlägen und Neuanfängen, die im Nachhinein viel besser waren als das, was davor zusammen gebrochen ist, als das ich jetzt damit anfangen würde aufzugeben.

Doch die Frage, warum es so eine gewaltige Kluft beim gesellschaftlich gemäßigten Menschen gibt, zwischen der Empörung und dem Handeln, das will mir irgendwie nicht wirklich in den Kopf.

Klar, könnte ich jetzt mit allerlei abwertenden Begriffen um mich werfen, sowas wie “Kein Arsch in der Hose, wenns ums Machen geht” – “Große Klappe – Nix dahinter”.
Doch das wäre zum einen kontraproduktiv und zum anderen muss da mehr dahinter stecken, als das ich es so einfach be- und verurteilen könnte.

Was ist es also, was uns beim Handeln so abschreckt. Warum sind wir verbal bereit, die ganze Welt umzuschmeißen und neu zu erfinden und sind beim Startschuß nicht an der Startlinie?

Vielleicht muss ich die Frage auch nicht beantworten, sondern jeder für sich selbst, wenn er seinen nächsten revolutionellen, sensationellen, offenbarenden Text verfasst, um ihn in die Welt zu schubsen 🙂

Ich kann für meinen Teil sagen, dass solange die Demokratie wenigstens auf dem Papier steht, in diesem “unseren” Land, solange werde ich die Dinge tun, die mir dort als Werkzeuge in die Hand gegeben werden. Auch wenn so viele Zweifler unsere politische Landschaft nur noch als Supermarkt der Eitelkeiten empfinden (und sie ahnen ja nicht, wie oft ich dem doch zustimme), muss es nicht im Umkehrschluss bedeuten, das man da tatenlos zusehen muss.

Jeder Mensch hat wohl ein Recht darauf, sich zu ärgern. Aber niemand ist dazu verpflichtet 🙂

Ich für meinen Teil setze die Energie lieber in Handeln um. Manchmal ist es gar nicht so schwer.

Straßenverkehrsdebatte, wer braucht mehr Rechte?

Ein paar Gedanken zur Debatte bei WDR5:

Münster zählt zu den Großstädten in NRW mit dem höchsten Unfallrisiko. Wenn hier Fahrradfahrer, Autofahrer und Fußgänger aufeinander treffen, dann kracht es – leider nicht nur verbal. Fast jedes zweite Unfallopfer in Münster ist ein Radfahrer.

Woher kommt das? Wird etwa der Streit um den Klimaschutz direkt auf der Fahrbahn ausgetragen? Oder drängeln sich Radfahrer, Autofahrer und Fußgänger schlicht auf zu engem Raum?

Im WDR 5-Stadtgespräch aus Münster wollen wir den Ursachen für den Stress auf der Straße auf den Grund gehen, fragen was jeder Einzelne und was die Stadt tun kann, um die Lage zu entspannen.

(Foto: WDR5)

Danke für diese Vorlage in dem Titel: ” [..] Oder ist der Raum für alle schlicht zu eng? [..] “

Ich denke, an dieser Stelle bzw. mit dieser Betrachtung kommen wir am schnellsten zu einer Lösung.

Das Suchen der Schuld beim Anderen ist aktuell wirklich eher hinderlich und führt nur zu Spaltung und weiterer “begründeter” Rücksichtslosigkeit.

Nicht selten empfinde ich persönlich den Straßenverkehr mehr als Überlebenskampf, als Stressfaktor und nicht mehr als Notwendigkeit um von A nach B zu gelangen. Von einem Fahrerlebnis, welches ich von vor 20 Jahren kannte mal ganz zu schweigen.

Es ist inzwischen vollkommen egal, welcher Verkehrsteilnehmerpartei ich angehöre: Fußgänger, Radfahrer, motorisierter Zweiradfahrer, PKW oder LKW. Rücksichtsloses Verhalten ist überall zu sehen. An guten Tagen nimmt man Rücksicht auf schwächere Teilnehmer, an schlechten Tagen müssen die dran glauben.

Da ich davon ausgehe, das in jeder Fahrschule in Deutschland defensive und vorausschauende Fahrweise gelehrt und gemahnt wird, unterstelle ich jedem Führerscheinbesitzer, das er sehr genau weiß, was er da tut. Jede Unachtsamkeit, jedes “ich hab jetzt keine Zeit für sowas”, jede Überschreitung vom Tempolimit wird mit vollem Bewußtsein entschieden und genauso gerechtfertigt.
Das gleiche gilt auch für Radfahrer und Fußgänger, keine Sorge, das lasse ich nicht aus 🙂

Doch zur Debatte stünde eher, das sämtliche Ballungszentren aus allen Nähten platzen und der Individualverkehr an seiner endgültigen Grenze angekommen ist.

Nicht nur die bewegten Fahrzeuge, sondern auch die abgestellten und geparkten nehmen den Platz. Wenn die Straßen keinen Bürgersteig mehr haben um den Fluß zu ermöglichen, kommt es dennoch zum Stau im Berufsverkehr. Verkehrsplaner finden keine langfristigen Lösungen mehr. Und das ist eben auch kein Wunder.

Trotz diesem klar belegten und x-mal analysierten Faktums werden trotzdem weiterhin Fahrzeuge neu zugelassen und (Achtung: “links-versifft”) sind Zweit- und mehr Fahrzeuge pro Haushalt nicht unbedingt die Seltenheit.

Wer erst einmal in einem eigenen Auto gesessen hat, (nochmal “links-versifft”) möchte sich nicht mehr in die überfüllten ÖFis setzen, nicht mehr auf seine musikalische Beschallung verzichten oder welche Gründe es dafür nicht alles gibt, den Individualverkehr unantastbar als notwendig zu bezeichnen.

Die Gesellschaft braucht dringend ein Umdenken, eine Verkehrswende. Themen wie Verkehrsvermeidung oder die Wahl des maximal notwendigen Fahrzeugs sollten zukünftig in den Fokus rücken. So könnte dann vielleicht ein Schuh draus werden.

Wenn wir die Schuld beim anderen suchen und unreflektiert die eigenen Vorlieben als vorrangig erachten, werden wir leider keine Lösung finden, die ALLEN Teilnehmern gerecht wird.

Die Sache mit dem “Hessentrojaner”

Wenn es um IT-Technik, “Cyber*”, Datenschutz und -Sicherheit geht, fallen bei vielen Bürgern oft schon die Augen zu. Diese Themen werden erwartet mit trockener Theorie, unverständlichen Algorithmen und “das ist doch so ein Nerd-Zeugs?!”

(Foto: Quelle Kaspersky)

Ich möchte den Versuch wagen, die Problematik rund um den “Hessentrojaner” leicht verdaulich aufzubereiten.

Dabei werde ich jedoch um gewisse Fremdworte bzw. Fachbegriffe nicht herum kommen:

  • Zero-Days-Exploits
  • Trojanisches Pferd
  • Spyware
  • Datensicherheit in der IT-Infrastruktur

Zu Beginn jedoch, was ist der “Hessentrojaner”, bzw. was steckt dahinter.

Hinter dem Begriff “Hessentrojaner” verbirgt sich ein Gesetzesentwurf zur Legitimation, eine staatlich entwickelte Software einzusetzen, die den Zugriff auf entfernte Computer ermöglichen soll. Normalerweise wird dazu die Einwilligung des Besitzers benötigt, welcher dann im weiteren Verlauf im System den Zugriff erlaubt. Entweder durch Preisgabe von Benutzerzugangsdaten zum gesamten Computer, durch entsprechende Regeln in der Firewall.

Der Plan ist jedoch, diesen Zugriff geheim zu halten, zu einem beliebigen Zeitpunkt ausführen zu können, auf beliebige Daten (also vollkommenen) Zugriff zu haben und bei Bedarf weitere Software installieren zu können.

Das Argument ist, das dies zur Abwehr von Terror und zur Aufdeckung von Kriminalität dienen soll, da sich Kriminelle heutzutage eben auch mit Computer und Internet vernetzen, also diese Medien benutzen.
Soweit, so gut.

Die Konsequenzen, dieses Gesetz zu verabschieden bedeutet jedoch, das es langfristig einen nicht abschätzbaren hohen Schaden an der Sicherheit des Landes verursacht, also einen Bärendienst erweist!

Es geht nicht um den Einsatz von Überwachungssoftware bei “Gefahr im Verzug“, sondern als Erlaubnis zum generellen Einsatz, bei jedem Bürger, auf jedem System!

Warum das so ist, muss im Zusammenhang mit der Realisierung einer solchen Software und dem heimlichen Installieren selbiger auf einem Zielcomputer betrachtet werden.

In TV-Serien wie zB. “Navy CIS” wird einem Glauben gemacht, der “Gute” – also der Geheimdienst – drückt auf “Install Software” und alles ist erledigt. Dem ist bei Weitem nicht so.  Um Zugriff auf einen entfernten Rechner zu bekommen, müssen sich Geheimdienste genau die Methoden aneignen, welche von Hackern benutzt werden, um das gleiche Ziel zu erreichen.

Nicht selten werden Hacker von Geheimdiensten angeworben oder an IT-Universitäten rekrutiert, denn die Anforderungen an jemanden, der in der Lage ist, Schwachstellen in Systemen zu finden und auch entsprechend auszunutzen, ist weit über dem Durchschnitt der Fähigkeiten von Absolventen “normaler” IT-Spezialisten. Doch diese sind eben durch ihre Qualifikation sehr teuer.

Damit kommen wir zum ersten Fachbegriff: Exploits

Der Begriff “Exploits” wird seit jeher verwendet, wenn Schwachstellen in Betriebssystemen und Software gefunden wurden und (das ist wichtig!) offengelegt werden. In aller Regel sind diesen Exploits rekonstruierbare Auslöser beigefügt, also unter welchen Umständen der Fehler auftaucht.

Das Offenlegen soll mehrere Fliegen mit einer Klappe schlagen: Administratoren von Systemen, Benutzer von Software und auch die Entwickler können darauf schnell reagieren und möglichst zeitnah die Sicherheitslöcher zum Beispiel durch Sperren schließen. Entwickler werden so zu zeitnahen Updates gedrängt und sicherheitsbewusste Benutzer können vorab Informationen über die Qualität einholen, um bei Entscheidungen relevante Hilfe zu erhalten.

Als “Zero-Days-Exploits” werden frisch gefundene Schwachstellen bezeichnet, welche noch keinen (also NULL-Tage) Tag alt sind. Deren hauptsächliche Eigenschaft ist es: es gibt noch keine Gegenmaßnahmen!

Bestimmte Gruppen haben ein sehr hohes Interesse an diesen Zero-Days-Exploits, also höher als gewöhnlich. In der sogenannten Untergrund-Szene werden diese Exploits sogar teuer gehandelt. Es steht immer zur Debatte, einen Exploit nicht zu veröffentlichen, sondern für eine Gegenleistung (Geld, Straffreiheit, Informationstausch, Erpressung) geheim zu halten. Es existiert also ein Markt, der vergleichbar ist mit Drogen, Waffen, Informationen und dergleichen mehr.

Mal ganz abgesehen von der Annahme, das unser Staatsschutz auf diesem Markt V-Männer beschäftigen muss, um an diese Zero-Days-Exploits heranzukommen, diese mit den eben genannten Gegenleistungen auslösen muss, bleibt eine bittere Pille übrig: der ursprüngliche Sinn der Exploit-Datenbanken, Schwachstellen zu veröffentlichen um eine IT-Sicherheit zu gewährleisten bzw. zu unterstützen wird ausgehebelt. Und das betrifft weltweit alle Benutzer, Administratoren von IT-Systemen. Nicht nur der Bürger mit seinem PC, Tablet oder Smartphone, sondern auch Kraftwerke, Krankenhäuser und (fremde) Regierungsnetzwerke.

Ein weiteres Problem besteht, wenn der BND selbst Opfer eines digitalen Angriffs wird, und als Eigentümer von Hackertools diese letztlich “staatlich legitimiert” wieder von anderen genutzt werden können (siehe auch Snowden-Enthüllungen, NSA). Die Worest-Case-Szenarien sind hier grenzenlos!

Nundenn, wir gehen davon aus, das der Staatssicherheits- bzw. Bundes-Nachrichtendienst erfolgreich einen unbemerkten Zugriff auf einen Zielrechner hat. Während dieser Rechner abgehört, durchsucht und ausgewertet wird, werden auch Metadaten und Kontakte, welche vollkommen unerheblich sind gespeichert. Dies wird nur in der aktuellen Falllage von Menschen übernommen, meistens jedoch von weiterer Software ausgewertet und je nach Relevanz zusammengefügt.

Solange der BND sich hoheitlich gibt und sich einer Prüfung seiner Arbeit verweigert, besteht die Gefahr, das Fehlentscheidungen beim offenen Vollzug – seien es Routinekontrollen oder gar Entscheidungshilfen in der Ergreifung – bestehen. Vollzugsbeamte haben nicht die Möglichkeit, die Daten zu verifizieren.

Dieser Umstand ist sehr skeptisch zu betrachten!

Trojanische Pferde

Damit die staatliche Überwachungssoftware auch auf dem Zielsystem geheim bleibt, ist es u.a. notwendig Anti-Viren-Software zu umgehen und andere Auffälligkeiten zu verhindern. Um dies bewerkstelligen zu können muss sich also der BND direkt an der AV-Software zu schaffen machen, sein eigenes “Trojanisches Pferd” – also getarnte Software – sogenannterweise “whitelisten” und diese Handlung verschleiern.

Bei jedem Update (teilweise aktualisieren AV-Software-Systeme sogar stündlich) muss gewährleistet sein, das der Trojaner weiterhin erlaubt bleibt und seine Existenz verborgen.

Dies ist nicht so ohne weiteres möglich!

Ich habe noch nicht die wesentlich höheren Anforderungen bei UNIX-/Linuxbasierten Systemen angesprochen. Dort wird das Ganze zwar schwieriger, jedoch technisch wesentlich anspruchsvoller.
Letztlich: Kein System ist Sicher!

Außerdem habe ich nicht angesprochen, welche benachbarten Systeme bzw. Computer, Router, Smartphones, IoT-Geräte, heimische IP-/Webcams ebenfalls kompromittiert werden und nach einer “Beendigung” der Maßnahme in den Urzustand zurückgesetzt werden sollten.

Dieser Artikel beschäftigt sich tatsächlich nur sehr oberflächlich mit der Gesamtproblematik zum Hessentrojaner, seiner Varianten und der Kritikfähigkeit vom BND. Doch sollte er zumindest eine leicht verständliche, kleine Sicht hinter die Kulissen ermöglicht haben.

Noch eine kleine Anmerkung:
Diese Information könnten Sie nicht sehen, wenn die Netzsperren angewendet und der BND hierfür einen Grund nennen würde.


Weiterführende Informationen:
Analyse Gesetzesentwurf
https://restgedanken.de/hsvg-teil-1-gesetzentwurf-fuer-das-neue-hessische-verfassungsschutzgesetz/

Analyse Bundestrojaner
http://www.ccc.de/de/updates/2011/staatstrojaner
http://www.ccc.de/de/tags/staatstrojaner
https://www.heise.de/newsticker/meldung/CCC-knackt-Staatstrojaner-1357670.html
http://ijure.org/wp/archives/727
https://media.ccc.de/v/camp2015-6995-staatstrojaner_in_karlsruhe

Snowden /
NSA-Leak, “Stolen Hackertools from NSA”
https://theintercept.com/2016/08/19/the-nsa-was-hacked-snowden-documents-confirm/
https://www.theguardian.com/us-news/the-nsa-files
http://www.businessinsider.de/snowden-confirm-hacked-nsa-files-2016-8?r=US&IR=T
https://thehackernews.com/2016/08/nsa-hacking-tools.html

Gewalt als Erziehungsmodell?

Auf Facebook stieß ich auf dieses Bild und klar fielen mir auch die leidigen Sätze ein, die ich damals zu hören bekam.

Zu “meiner” Zeit war die Tracht Prügel oder der “Hinternvoll” durchaus übliche Methoden, um ein Kind zu bändigen, zur Ordnung zu rufen oder eben schlicht “zu erziehen”.

“Mach mal die Augen zu, dann weißte was ‘Deins’ ist”
“Komm Du mal in mein Alter, dann wirst Du das anders sehen”
“Mach es so, wie ich Dir das sage, dann klappt das auch”
“Freu Dir schon mal den Hintern warm”

Sicherlich stehen hinter diesen “Sprüchen” auch durchlebte Leidensgeschichten. Ich selber bin eine davon. Doch in der derzeitig wieder entflammten Debatte über Gewalt gegenüber Kindern würde ich gerne ein paar Gedanken einstreuen wollen:

Ich setze mich mit dem Thema auch auf anderen Plattformen auseinander, und finde die Entschuldigung, das eine gewalterfahrene Kindheit selbst zu gewaltbereiter Erziehung in der Elternphase führt ein Stück zu einfach.

Die Gesellschaft als solche lernt dazu bzw. bildet auch einen gemeinsamen Haltungskonsens. Dieser kommt nicht von “irgendwo” sondern wird begleitet durch eine meist öffentliche Auseinandersetzung.

Demnach hat ein jeder die Chance, seinen Kopf aus der Filterblase zu stecken und sich bei Bedarf auch Hilfe zu holen. Die Jugendämter von heute sind nicht mehr der “Schrecken” von früher.

Damit “einem die Kinder weggenommen werden” muss schon wiederholt  recht Schlimmes passieren.

In der Kernaussage der Jugendämter steht immer mehr, das die Konflikte in den Familien gelöst werden sollen, anstatt die Parteien (Eltern/Kinder) isoliert in einem leeren Raum zu halten, wodurch die Ursachen eben nicht ergründet werden, schon gar nicht aufgearbeitet.

Will damit sagen, wenn Eltern ihre Kinder unter Androhung von seelischer, emotionaler oder körperlicher Gewalt “erziehen” wissen sie genau, was sie da tun. Und sie wissen auch genau, das es nach unseren heutigen Erkenntnissen Unrecht ist.

Stressfaktor unerfahrener, junger Eltern

Ich will damit nicht unterschlagen, das heutzutage “junge Eltern” durch ebenfalls “unfertige Eltern” erzogen wurden und damit z.B. schneller im Supermarkt ausrasten, wenn das Kind seine eigene Vorstellung von Einkaufen praktiziert. Doch ist es nicht sinnreich, dies in diesem Diskurs zu vermischen.

Das es für Kinder, die Gewalt als Erziehungsmodell erfahren haben, es später schwieriger ist, zu einem gesunden Selbstwert oder Selbstvertrauen zu finden, bleibt davon vollkommen unberührt. Der Schaden ist immens und macht sich selbst in vollkommen oberflächlichen Angelegenheiten bemerkbar.

Doch befürchte ich, das man hier nicht hektisch gegensteuern muss, da es eine “Entwicklung” auch für die breite Gesellschaft darstellt. Solche Prozesse ziehen sich oft über mehrere Generationen und das kann man vermutlich gar nicht abkürzen. So gerne ich das auch schneller umgesetzt sehen würde 🙂

Zurück zum “Sonderfall”, also ob ich denn da wirklich eine Ausnahme darstelle: Diese Bemerkung war (im Facebookkommentar) zum Teil ironisch gemeint.

Ich wünsche jedem Kind im Laufe der Entwicklung wenigstens einen Erwachsenen an der Seite, der mit etwas Weitsicht und Weltgeschehen als kleiner Verbündeter dem jungen Menschen beiseite steht.

So war es zumindest bei mir. Ein Mensch, bei dem ich einen “gedanklichen” sowie persönlichen Freiraum hatte, nicht funktionieren musste. Lesen anspruchsvoller Literatur, Musik, Kunst sind z.B. Dinge, die mir nicht von meinen Eltern nahe gebracht wurden.

Durch die fehlende/demontierte Institution Familie fehlt es genau an Vertrauenspersonen, welche den Kindern eine Stütze für Visionen und Hilfe beim Erklären von Zeitgeschehen stärken.

Aus romantisierten Erzählungen sind es oft die (Ur-)Großeltern oder (Stammes-)Ältesten, die über Parabeln Geschichten mit Tiefgang weitergeben, welche vor allem als Transportmittel für die Zuhörenden dienten, sich selbst ein Bild von “Recht und Unrecht” zu machen.

Und da kommen wir wieder zu dem Punkt, der in unserer heutigen Gesellschaft auf Probleme stoßen, die einen derzeit noch nicht “handle”baren Umstand aufzeigen:

Kinder sind kein Eigentum!

Wenn dieser Umstand “geknackt” ist und die Gesellschaft in der Lage ist, diese Thematik zu bedienen, kommen wir vielleicht auch zu einer angemessenen Erziehungsform und einem ebensolchen Verhaltenskodex gegenüber Kindern.

#IchSo heute in der Mittagspause :D<

Weitere Gedanken zur Auseinandersetzung mit Glyphosat

Weitere Gedanken zur Auseinandersetzung mit Glyphosat

Um den Initiatoren der Kampagnen die Möglichkeit zu geben, ihren Standpunkt zu überdenken, wäre meines Erachtens ein öffentliches Bloßstellen Kontraproduktiv. Dies käme in dem Moment zustande, wo ich sie zu einer Diskussion zwinge unter den Augen der Öffentlichkeit.
Wir wissen, das dies in den seltensten Fällen zu einer Einsicht führt.

Daher ist meine Überlegung, zunächst die Initiatoren dieser Aktionen einzeln zu persönlichen Gesprächen zu bitten, und mit ihnen zu klären, das “unsaubere Arbeit” in Bezug auf “Aktualität der Informationen” nicht nur der Sache an sich schadet, sondern auch das Vertrauen in Bürgerinitiativen langfristig gefährdet und damit auch die “Verantwortung von Reichweite” in deren Händen liegt.

Ich habe keine Ahnung, ob sowas klappt. Ich bin jedoch der Meinung, das selbst wenn sich nicht kurzfristig ein “Innehalten” ergibt, dieser Weg nicht automatisch unbrauchbar ist.

Langfristig müssen wir alle nämlich Wege finden, um MITeinander den Diskurs wieder zu erlernen, denn die Themenfülle, welche wirklich den Erhalt unseres Planeten angeht ist derzeit beinahe unerschöpflich.

Dazu gehören direkte Bedrohungen der Umwelt, Kriege, Wirtschafts- und Finanzwesen, als auch lokale Themen welche durch unsere Unfähigkeit sachliche Auseinandersetzungen zu führen nur ein wirklich dramatisches Ergebnis hervorbringt: Spaltung.

Zur Erinnerung: “Was macht mich so besonders, das ich in der Lage bin, dieses für mich bis vor 3 Tagen (überspitzt!) felsenfest von der Überzeugung geleitete Thema ‘Glyphosat sei das Ende’ zu einem Umdenken zu bewegen?”

Eben.. gar nichts!

Lediglich meine Wertschätzung privater Beziehungen und meine für mich sehr wertvolle Ebene der Selbstreflexion haben dazu geführt, das ich mir ein Bild über den Status Quo von Glyphosat gemacht habe.

Demnach wird dies nicht ausreichen, um die “Breite Masse” dazu bewegen zu können, den Informationstand zu aktualisieren.

Ich hoffe, ich gehe niemanden auf die Nerven, wenn ich immer wieder auf die Art & Weise der Debatte bzw. die Kommunikation als solche hinweise

Glyphosat – Umgang mit angstbehafteten Themen

Anlässlich eines Posts auf Facebook, habe ich mich zum Einen mit der “neuen” Sachlage um das geforderte Verbot des Pestizids “Glyphosat” beschäftigt, zum Anderen mit dem Phänomen der indirekten verbalen Gewalt in Auseinandersetzungen.

Denn ich bin der Meinung, solange letzteres die Kontroversen anführt, können Inhalte nicht transportiert werden.

Doch der Reihe nach.

Am 26. Oktober tauchte in meiner TL das Posting auf „Ein Verbot von Glyphosat wäre ein enormer Rückschritt, sowohl im Hinblick auf den Verbraucherschutz als auch für den Umweltschutz.“

Diese Aussage empörte mich zunächst aus mehreren Gründen. Zum Einen wegen der Vereinnahmung von “Allerweltsthemen” in das Parteiprogramm der Piraten, zum Anderen weil ich bis zu diesem Tag durchaus fest der Überzeugung war, sämtliche negativen Bewertungen gegenüber “Glyphosat” seien berechtigt.

Im Laufe der Diskussion um dieses Thema folgte ich den angebotenen Links, um die aufgestellte These der “faktenfernen Schlammschlacht” und den “neuen Informationen” zu verstehen.

Zunächst machte ich meinen Unmut Luft, denn für mich war zunächst das pauschal “in Frage stellen” der Aktivisten und Bürgerinitiativen grotesk. Und dies wird sich wahrscheinlich auch nicht ändern. Was sich jedoch ändern muss, ist der Umgang miteinander und die Verpflichtung eines Jeden, der die öffentliche Meinung beeinflusst bzw. beeinflussen will, sich seiner Verantwortung bewusst ist! Dazu später mehr.

Blogpost “Glyphosat: Die Fakten zur Debatte”

Nachdem ich dann weitere Dokumente gesichtet habe, die den Aufbau des Produkts, die Verwendung und den Abbau der Bestandteile hinreichend darlegt, kann ich zumindest zusichern, das ich die derzeit kursierende Krebserreger-Debatte in Bezug auf Glyphosat vorerst nicht tragen kann.

Vermutlich werde ich jetzt doch etwas auf die Kommunikationsebene eingehen, als inhaltlich zum Eingangsthema Stellung zu beziehen.

Eine Auseinandersetzung “Angstbesetzt” zu nennen, erschwert einen Diskurs.

Denn insgesamt kommt jedoch einiges dennoch zu kurz:
Wie Du Stefan, ja auch mehrfach andeutest, stand dieses Pestizid argumentativ immer in Verbindung mit genmanipuliertem Getreide, welches auch als Futtermittel verwendet wird.
Außerdem in Verbindung zu den Nahrungsmittelindustriekonzernen, die nun hier auch ausreichend genannt wurden.
Und eines fehlt: nämlich die zu der Zeit bestehende Informationsbasis über diese ganzen Faktoren nebst Nahrungskonsum und Lebensmittelverschwendung, also der gesamte Umgang mit Nahrung als solche plus dem unnötig hohen Fleischkonsum… (bedenke: 10 Jahre zurück gebeamed).
Die Komplexität, also in welche Bereiche einzelne Entscheidungen ebenfalls wirken und möglicherweise noch nicht abschließend untersucht wurden.

Eine Auseinandersetzung “Angstbesetzt” zu nennen, erschwert einen Diskurs. Ich habe mich mit den Dokumenten heute ausschließlich deswegen beschäftigt, weil wir eine persönliche Beziehung und einen gewissen sprachlichen Umgang miteinander pflegen, nicht jedoch, weil das Thema für mich “genug zur Neugier angefüttert” wurde. Das ist wichtig, um zu verstehen, das nicht diese Auseinandersetzung als Erfolg zu zählen sei, einen “Skeptiker” erleuchtet zu haben! Weder durch die Aufmachung noch durch die These!

Es gibt dererlei reichlich Themen, welche im Laufe der Zeit möglicherweise wissenschaftliche Veränderungen oder gar Verbesserungen beinhalteten, diese jedoch nicht mit den Menschen mitgewachsen sind. Schon gar nicht mit der öffentlichen Meinung.

Solche Themen sind z.B. “Influenza-Impfungen”, AIDS & HIV, Biolabel, fossile Kraftstoffe, E-Mobilität & Akkus, und dergleichen mehr.

Eine Frage, die man sich stellen muss ist, wie transportieren wir die Informationen in die öffentliche Auseinandersetzung.

Der Mensch ist nicht perse ungebildet, einfältig oder ein […]Gegner

Die Abwehrhaltung ist ja nicht perse etwas, was der Mensch mit auf den Weg bekommt. Diese Lokomotiv-Verteufelung zu Industrie_1.0 lag ja nicht daran, das der Mensch ungebildet ist, sondern weil er misstraute. Und dieses Misstrauen basiert ebenfalls nicht darauf, das es einfältige Menschen waren, sondern weil das Vertrauen in die Organisation seitens Regierungen selbiges durch Machtmissbrauch bzw. zumindest durch gefälliges Auslegen von Macht den Bürger für unmündig erklärt.

Demnach kann man davon ausgehen, das wir heute immer noch vor dem gleichen Problem stehen: solange den Entscheidern nicht vertraut wird, welche darüber letztendlich gravierende Weichen stellen, solange vermutet selbst der gebildetste Mensch einen Haken an der Sache.

Und das kennen wir bereits von TTIP und eben auch von VW bzw. dem Dieselgate, das Intransparenz bei den Entscheidungen in den seltensten Fällen ein rund um sorgenfreies Befürworten der breiten Masse zur Folge hat.

Und solange sich Wissensträger eher darüber aufregen, wie denn der “Rest der Welt nur so ungebildet sein kann” werden Inhalte ebenfalls nicht transportiert, denn diesen Menschen hört man nur einmal zu.. um sich die Packung abzuholen, das man es im Grunde gar nicht Wert ist mit ihnen zu reden.

Zurück zur Frage “Wie man das nun transportieren kann.”

Die Vertrauenskrise in unsere Regierung hat in den letzten 4 Jahren erhebliche Schäden angerichtet und mit der Jamaika-Koalitionsverhandlung ist alles andere als eine Verbesserung der Situation in Sicht. Wenn die Umfragen nicht derart formuliert wären, das bestimmte Antworten gar nicht gegeben werden können, nämlich z.B. “Trauen Sie der Regierung noch einen konstruktiven Weg in eine Zukunft mit fatalen Umweltproblemen, globaler Zunahme von Faschismus, radikalem Zusammenbruch vom sozialem Netz, Welternährung, Flüchtlingsströmen verschiedenster Arten (u.v.m.!)zu?” würde die Antwort “NEIN!” heißen.
Und das eben nicht deswegen, weil der Bürger ein Spielverderber ist, sondern weil er sich weder vertreten, noch gehört oder gefragt fühlt.

Das dies auch auf die Kappe der Bürger geht – Du kennst mich! – sicher tut es das. Wir haben uns zulange aus den Debatten rausgehalten und damit auch das “Entscheiden Sie für mich, ich hab keine Ahnung von Politik, dafür hab ich Sie gewählt” erst den Boden bereitet. Und wir haben dadurch auch flächendeckend bzw. Generationsübergreifend verlernt, wie man kontroverse Auseinandersetzungen führen kann!

Dennoch.. es geht wie Du von mir weißt, mir immer wieder um die Kommunikation. Räume zu schaffen, um Themen dem Bürger nahe zu bringen. Auch mal Themen, die “revolutionär” aus dem Einheitsbrei heraus stechen oder eine gewohnte Haltung provokant unterbrechen.

Und ich denke, das wird der Auslöser sein, weshalb ich (und ich denke in diesem Falle stellvertretend für einige Andere auch) vor Empörung ein “Wie bitte?!” durch die morgendliche Küche rief

Wie gesagt, ich habe mich jetzt durch die Dokumente durchgearbeitet und bin noch lange nicht in der Lage eine abschließende, für mich gültige Meinung zu treffen. Jedoch hast Du bereits erreicht, DAS ich es überhaupt tat, dafür bin ich Dir dankbar

Auf die Antwort, das es ja “gut sei, das ich offen für neue Gedanken wäre” und nicht zu stolz sei, dazu auch Stellung zu beziehen, beantwortete ich wie folgt:

“Ja, es gefällt mir auch immer wieder gut, wenn man etwas entspannter an die Sache herangehen kann.

Zu “stolz” bin ich schon recht lange nicht mehr. Sowas behindert nur, vor allem, wenn man sich mit so einer Einstellung selbst im Wege steht. Wenn man das erstmal abgelegt hat, wird Vieles einfacher

Doch möchte ich jetzt nur kurz einwerfen, das mir das zu schnell geht.

Zu schnell im Sinne von “die Schuldigen gefunden zu haben“.

Diese Organisationen haben sich aufgebaut, aus Menschen, die sich ursprünglich als Bürger um eine lautere Stimme bemüht haben. Und es ist auch eben nicht pauschal alles schlecht was die machen, nur weil diese eben selbst genau wie ich wohl möglich nur einen Zug verpasst haben.
Und deswegen ist die Existenz jeglicher Bürgerinitiativen, auch jene, die sich größeren Organisationen angeschlossen haben meiner Meinung nach eher erstmal positiv.
Das die Kommunikation mit den meisten “festgefahrenen” Meinungsbildinhabern erst einmal schwierig ist, liegt in der Natur der Dinge.
Die Unterhaltung fordernd sachlich zu halten und auch mediativ auf dieser Ebene, möglicherweise auch durch Moderation zu unterstützen wäre eigentlich eher mein Ansatz, als “neue Wahrheiten” den “Ungläubigen” um die Ohren zu watschen..

Zugrunde liegt immer noch der Bürger, der durch fehlende Transparenz und einem sich daherwalzenden Regierungs-Moloch sich immer weniger mit der Politik der Regierung identifizieren kann und DADURCH misstraut.

Glyphosat und WHO

Wenn mich etwas interessiert, dann kann es auch dazu führen, mich an einem Sonntag morgen um 5:30h bereits mit meinem ersten Kaffee an wissenschaftliche Dokumente oder auch um die Analyse kontroverser Meinungsbilder zu machen

Ich wollte nun wissen, wie sich die Weltgesundheitsorganisation zu diesem Thema positioniert – denn ich werde eben auch misstrauisch, wenn Organisationen und Bürgerinitiativen perse als “faktenfern” eingestuft werden.
Wenn die Stimmung zu diesem Thema derart überladen ist, das BEIDE SEITEN sich eine langfristige Zerstörung der Lebensgrundlage für Mensch und Umwelt vorwerfen, dachte ich mir, ich frage mal DIE Organisation, die möglicherweise vom Wissensspektrum her den größten Überblick haben muss.

Und siehe da, ich habe der aktuellen Situation angemessene Formulierungen gefunden. Nämlich, ..

  • die Bestätigung der Existenz NEUER Daten, welche nun durch verschiedene Expertengruppen untersucht werden sollen
  • solange die Auswertung nicht abgeschlossen ist, werde die WHO keine Änderung der Positionierung empfehlen, also keinem Verbot zustimmen

Was ist angesichts dieser Situation die Empfehlung der WHO in Bezug auf diese Pestizide?
An dieser Stelle empfiehlt die WHO keine Änderung der nationalen Richtlinien und Vorschriften. Es empfiehlt, dass die Länder bestehende und künftige Empfehlungen des JMPR und des Codex Alimentarius berücksichtigen.
Unterstützt die WHO das Verbot von Glyphosat und Malathion?
Bis heute unterstützt PAHO / WHO das Verbot dieser beiden Pestizide nicht, bis die JMPR-Bewertungen abgeschlossen sind. Die Gemeinsame FAO / WHO-Tagung (oder JMPR) legt ein sicheres Expositionsniveau für diese Chemikalien fest.

http://www.paho.org/hq/index.php?option=com_content&view=article&id=11393

Ich sehe mich ja leider Außerstande, weder die an sich plausiblen Erklärungen und Ergebnisse der Studien zu verifizieren, noch die Fachkompetenz der Studiengruppen zu beurteilen, da ich nun mal nicht vom Fach bin.

Letztlich, das Einzige, was ich derzeit den Aktivisten zum Thema Glyphosat vorwerfen kann ist sich auf Informationen zu berufen, welche möglicherweise überholt sind, bzw. die Existenz neuer Daten und Ergebnisse zuzugeben.

Was die Aktivistenplattform Campact angeht, bin ich seit der Bundestagswahl 2017 sehr mies auf die zu sprechen, denn es gab bis heute weder eine plausible Begründung für das Kleinparteien-Bashing bzw. für die “stategische Wahlempfehlung” noch eine Entschuldigung. Und DAS sind für mich echte Schäden an der Demokratie. (jedoch hier ein anderes Thema)

Um die Plattformen und deren Publikum zu erreichen, sollte sich jedoch jeder ausrechnen können, das ein “Ihr Faktenverweigerer und Angstverbreiter!” mit hoher Wahrscheinlichkeit NICHT dazu führt, sich der neuen Daten anzunehmen und Aktivitäten vorerst ruhen zu lassen.

Das Diese als Methodik “Verbotskampagnen” verwenden, hat sich im Laufe der Zeit wohl etabliert, da es – aus eigener Erfahrung – echt schwer ist, aktuell den Bürger von seinem Sofa zu holen.

Demnach gibt es bei ALLEN Kontroversen ein großes Problem bzw. Fragen, die man sich vorher selbst stellen muss:

  • “Will ich alles unternehmen, um meine Information als Anregung in die Kontroverse einzubringen oder will ich meinem Frust Ausdruck verleihen?”
  • “Will ich polemisch sein und die ‘Anderen’ zunächst spüren lassen ‘wie sehr sie doch daneben (sind) liegen’ oder will ich das man sich der neuen Informationen annimmt?”
  • “Will ich zielführende Auseinandersetzung oder eine Ächtung der Idioten?”

Da ich auch kein promovierter Kommunikationswissenschaftler bin, dies jedoch mein Thema seit gut zwei Jahrzehnten ist müssen wir uns wirklich vorher fragen, ob Herabstufung, Diskreditierung, weitere Kampfbereitschaft und grundsätzlich spaltende Werkzeuge die Mittel der Wahl sind. Denn die Ergebnisse mit diesen Methoden sind weltweit bewiesenermaßen miserabel im Bezug auf Zusammenarbeit, Aufklärung und Verbesserung zum Wohle der Gemeinschaften

Diese innere Bestandsaufnahme sehe ich nicht nur bei diesem Thema, sondern generell bei allen Themen, welche eine dynamischen Gruppenmeinung angeht.

Deswegen auch meine Bemerkungen bezüglich zur AfD, wo derzeit mein hauptsächlicher Aktivitätenschwerpunkt liegt, also meine Ausarbeitung, wie man mit dieser Bewegung umgehen kann, welche Faktoren zu einer Erstarkung führten und durch welche Ursachen so ein Potential von Angstverhalten provoziert wurde.

So weit mein No.4 Kaffeegruß in den Tag

PS.: Stefan “Finde es gut, dass Du bei dem Thema offen für neue Gedanken und Fakten bist und Dir dann auch nicht zu stolz bist, Deine Ansichten weiter zu entwickeln.
Dieses Zitat stelle ich mal als kleinen Gedankensplitter in den Raum, was “das Zulassen neuer Gedanken” im Bezug auf Kommunikation angeht

Piraten – Blinder Aktionismus

Mal ganz abgesehen davon, das die Suche nach weiteren Piratenfernen Themen scheinbar kein Ende nimmt, ist die neue Positionierung zu Glyphosat nun ein echtes NoGo.

Ich dachte zunächst, ich seh’ nicht richtig und laß mich in das Posting ein und auch in die neuen Berichte über Glyphosat, die proklamieren, “Man solle das jetzt nicht pauschal verteufeln”.

Doch die Bestätigung, das mein Impuls der Empörung das schon richtig erkannt hat, folgte auf dem Fuße.

Mich ärgern hier jetzt mehrere Dinge:

  1. Die Vereinnahmung von Themen in das Parteiprogramm der Piraten, welche den “Machern” offensichtlich den kausalen Zusammenhang zwischen der absoluten Positionierung und der daraus folgenden Ausgrenzung von Mitgliedern nicht klar wird,
  2. Themen, die sogar von Greenpeace und anderen Organisationen, welche die Wechselwirkung im Gesamtbild “Umwelt” jahrelang kritisch untersucht haben, werden nun als pauschale Verteufelung bezeichnet,
  3. Mitgliederzahlen- und Wählerschwund keinerlei Bedeutung hat.

Mich ärgert das deswegen, weil ich aus der Zeit stamme, wo die Piratenpartei in Gründung war und wir damals schon anmahnten, bei digitalen Themen zu bleiben. Und solange wir das taten hatten wir Zulauf. Als wir damit aufhörten um mehr Wähler und Mitglieder zu bekommen, jedes “nicht-digitales” Thema integrierten, “um ein breiteres Spektrum” zu bedienen, wurden die Piraten zu einer gesichtslosen Partei, die eines mit den etablierten Parteien gemeinsam hat: Einerlei, Einheitsbrei!

Ich kann Pirat sein und links sein, ich brauche aber keine linke Piratenpartei.
Ich kann Pirat sein und für das BGE, jedoch keine Piraten-BGE-Partei.

Diese Liste kann ich fortsetzen. Ich kann auch fortsetzen, das ich eine äußerst kritische Haltung gegenüber der Schulmedizin habe, ohne sie pauschal zu verteufeln. Ebenso habe ich eine äußerst kritische Haltung gegenüber der Nahrungsmittelindustrie, in der ich den Aktionismus von Konzernen wie MONSANTO, Nestle & Co sehr genau unter die Lupe nehme. Kritisch deswegen, weil die Ursachen durch unüberlegte, lösungsverliebte und gefährliche Methoden als Lösungen “verkauft” werden, welche dann weitere Probleme verursachen, welche mit noch absurderen Lösungen beantwortet werden.
Diese Themen, also beispielsweise Schulmedizin und Nahrungsmittelindustrie interessieren mich als Bürger. Nicht jedoch als Pirat!
Für einige ist das wohl nicht verständlich. Sei es drum, denn denen kann ich das sowieso nicht erklären, weil sie es nämlich nicht verstehen wollen.

Der Unterschied ist eben, das meine persönliche Meinung zu $Dingen nicht gleichzeitig sofort als Programmziel (im Piratenprogramm) stehen muss. Denn das bedeutet im einfachen kausalen Umkehrschluss, das jeder Pirat das mittragen muss. Vollkommen unabhängig welchen inhaltlichen Informationsstand ICH habe! Und das genau ist das Drama.

Letztlich, durch diese Aktion, die so offensichtlich eine dramatisierte Symptombekämpfung als “wichtiges Thema für die Piraten” gewünscht wird, ist mir klar geworden, die Piraten sind tot.

Schade um die 2 Monate Arbeit nach der Bundestagswahl 2017 und die wiedereinmal verheizten ehrenamtlich arbeitenden Mitglieder. Aus Fehlern lernen scheint wohl bei den Piraten in einem anderen – sich mir nicht eröffnenden – Kontext zu stehen.

Eine Diskussion scheint mir unmöglich, da ein aktives Zuhören verlernt wurde und statt dessen mit gewohnter “überzeugenden Argumentation” geantwortet wird, welche lediglich den persönlichen Teil der Abneigung bzw. Haltung widerspiegeln, nicht jedoch das größere Ganze.

Man sollte sich in einer ruhigen Minute mal fragen, ob all das, was der AfD seit nun 4 Jahren vorgeworfen wurde, inzwischen nicht schon selbst praktiziert wird.

Ich bin dann endgültig raus.

 

Hermeneutik – Hört zu!

Denkzentrum|Demokratie hat in einem Tweet wieder meinen Nerv getroffen. Danke dafür!

Svenja Flaßpöhler hat in Ihrem Kommentar für mich erstmals in transportierbare Worte gefasst, was mir die ganze Zeit über durch den Kopf schwirrte. Ich schrieb selber genug darüber, führte aber eher zu Empörung, wie ich den mit den “Rechten reden könne oder warum ich das denn gar wolle” und mir wie aus der Pistole geschossen ein “Mit denen kann man nicht reden“, “Die haben lange genug geredet“, “Die reden doch dauernd” und sogar Fragen, ob ich mich nun dem rechten Lager annähern würde, da ich ja scheinbar sympathisiere.

Das mir dann auch der “Spaß” daran vergeht, zu Veröffentlichen, was ich da tue und warum, sollte eigentlich jedem klar sein.

Letztlich hat mich der Kommentar dann inspiriert, meine Arbeit wieder aufzunehmen!

ffg.

Stigma – Psychotherapie

Wie immer ein klares “Jain”  🙂

(Nachfolgend meine Beobachtungen)

Oberflächlich betrachtet besteht bei den Menschen, die unreflektiert im “Hamsterrad” stecken die klare Tendenz, jegliche Schwäche von sich fern zu halten.

Der “Irrglaube” Dinge unter die eigene Kontrolle zu bringen, welche außerhalb der individuellen Grenzen (physisch sowie ökonomisch) liegen, führt zu noch “gefährlicheren” Methoden, wie Manipulation, Intrigen, Tunnelblick und natürlich auch zum bekannten “Nach oben buckeln, nach unten treten” .

Sich einzugestehen, das dieses (Über-)Lebensmodell im Grunde nicht funktioniert, wird dann oft erst durch einen “Burnout” aufgezeigt.

Schlimm ist, dass jene Hamsterradkarrieren oder gar die “Helocopter-Eltern” welche in diesem Lebenskonzept gerade eben so ausdosiert tatsächlich erfolgreich erscheinen, der gesamten Außenwelt die Ächtung von Schwächen weiterhin vorleben.

Teilweise mit sehr gemeinschaftsfeindlichen Bezeichnungen wie die “Darwin’sche Evolutionstheorie” oder Elite-Denken.

Andererseits sind die meisten Menschen die ich kenne, welche diesen Prozess des Zusammenbruchs durchlaufen haben, hinterher zunehmend in der Lage, nicht erneut in dieses im Grunde lebensfeindliche Modell zu fallen.

Als Betroffener und auch durch die Arbeit mit Betroffenen erlebe ich einen neuen Wert von Begriffen wie Selbstbewusstsein, Selbstvertrauen und Selbstwert.

Veränderungen und das zweite “Erwachsenwerden” kommen nicht über Nacht, sondern sind oft mit schmerzvollem Loslassen alter Muster verbunden. Jedoch entsteht mit der Zeit eine Zuversicht, beispielsweise das “Arbeitsklima” zu einer A-Priorität zu machen und das Gehalt oder Karriereaussichten auf B oder gar C zu setzen.Während oder durch die Arbeitsverhältnisse nicht mehr psychisch oder seelisch zu leiden, rutscht in den Lebensmittelpunkt. Das als Bedingung für die Neuausrichtung im Leben zu gestalten wird mit etwas Training einfacher und stabilisiert das eigene Wesen enorm.

Menschen, die bereits einige Erfahrungen im Aufarbeiten gemacht haben, lassen sich häufig auch nicht mehr stigmatisieren, bzw. tabuisieren das Thema (Psycho-)Therapie nicht mehr. Selbstverständlich heißt es nicht, naiv bei jeder Gelegenheit darüber zu erzählen. Auch hier stellt sich irgendwann ein gesundes Verhältnis ein zwischen “preisgeben”, “Zurückhaltung” und “Bedingung” ein.

Dennoch werden in dem Bericht einige Ursachen aufgeführt, die ich ähnlich sehe. Zum Beispiel die Zeiträume wie “Nachkriegszeit” und “Wirtschaftswunder“.

Letztlich, “ob es ein Stigma ist” lässt sich mit einem “sowohl als auch” beantworten. “Gefühlt” ist die derzeitige Präventivarbeit und öffentliche Auseinandersetzung auf einem guten Weg.

Ob man mit unserem leistungsorientierten Wirtschaftssystem dauerhaft gesunde Sichtweisen etablieren kann, wage ich allerdings zu bezweifeln. Ich befürchte, das diese aktuelle Version ein inneres Wachstum gerade wegen den Altlasten eher unterbindet.

Und mit Hinsicht auf den zu erwartenden gesellschaftlichen Wandel durch “Industrie4.0” könnte es eher noch schlimmer werden, wenn der Bruch von Stabilität durch z.B. “Berufsausbildung für ein Leben” gekippt wird, und ein bisher funktionierendes Ablenkungsprinzip “Arbeit” wegfällt.

Stimmt das? “Der Aufstieg der Rechten ist keine Diskurspanne (der Linken)”

http://www.sueddeutsche.de/kultur/debattenkultur-der-aufstieg-der-rechten-ist-keine-diskurspanne-der-linken-1.3710691

Protest gegen rechts auf der Buchmesse in Frankfurt
(Foto: Frank Rumpenhorst/dpa)

Nach der Frankfurter Buchmesse stellt sich die Frage, wie eine tolerante Gesellschaft mit Intoleranz umgehen soll. Mit den Rechten reden? Oder reichen Argumente nicht mehr aus?

Ich sehe es anders. Bereits in der Aufmachung.

Mit den “Rechten” reden ist sicherlich sinnlos. Da gibts das StGB!

Reden sollte man mit denen, die “Rechte” für eine Alternative halten. Und das wird leider unterbunden durch hysterisches Schuldzuweisen.

Und “WIR” werden die Antworten ebenfalls nicht finden, weil sie unter dem Getöse der Feindbildkulturen vollkommen untergehen!

Die Blamage d. #NSU-UA sind Beispiele vom Versagen des StGB, vom falschen Schutz v. Entscheidungen von V-Männern, etc. Da kann man gerne mal auf den Putz hauen. Der Kuchen ist sogar noch warm!

Doch die echte Ursache zu finden, warum die Gesellschaft sich spalten lässt wird eben die Antifa nicht beantworten können.

Die Probleme in unserer Gesellschaft und im Umgang unserer Gewaltenteilung sind wesentlich komplexer, als sie stumpf mit “Dumm”, “$Anti” oder ähnlichem zu skandieren!

Diese Auseinandersetzung wird permanent sensationell parodiert, verharmlost oder unterbrunden!
Und das halte ich dann sehr wohl für eine Diskurs-Panne.

Aussage: Wenn Leute rechtsextrem wählen weil sie ein Problem mit der Gewaltenteilung haben ist das doch kein der Debatte der restlichen Gesellschaft?”

Wie ich bereits schrieb: die echten Rechten mit dem Strafgesetzbuch konfrontrieren.
Mit denjenigen reden, welche die Rechten für eine Alternative halten.

Ich werfe mein Kind ja auch nicht weg, wenn es Sch**ße baut, sondern beschäftige mich damit, warum es das tat.

 Und ich schrieb, das die Gesellschaft ein Problem mit dem Umgang der Gewaltenteilung hat. Ganz konkret im Fall des #NSU-UA.  Doch komplexe Strukturen anzugreifen ist eben wesentlich schwieriger als alle in einen Topf zu werfen und sich dann zu wundern, wenn er um die Ohren fliegt.

 Und ich schrieb, das es sehr wohl eine Diskurs-Panne ist. Jedoch habe ich bewusst das Wort “Linke” weggelassen. Denn diese Form der Schein-Debatte scheint in unserer Gesellschaft flächendeckend Einzug zu halten.

Ich sehe darin Gedankensplitter für eine Auseinandersetzung und keinen erneuten Anlaß zu prüfen, ob ich links, rechts oder sonstwo stehe. Damit geht der “Prüfer nur sich selbst auf den Leim”.

Genau das findet nämlich derzeit statt. Eine Gesinnungsprüfung, ob mein Nebenmann noch auf meiner Seite steht, statt zu prüfen, ob die eigene Richtung noch stimmt.

Das Reflex-Trash-TV hat vielleicht nicht “Einzug gehalten in die Köpfe” in unserer Gesellschaft. Vielleicht stellt es ja doch eine Art von Selbstausdruck dar

Aussage: Das Strafgesetzbuch? Nazi-sein ist nicht verboten. Und es geht da aus meiner Sicht auch nicht um verwirrte Kinder. Menschen, die extrem rechts wählen unterstelle ich, dass sie das als Erwachsene bewusst tun. Natürlich sollte mit denen, die noch irgendwie erreichbar sind, geredet werden. Aber grundsätzlich will ich rassistischen Positionen nicht – noch mehr! – Raum in der Debatte geben als sie ohnehin schon haben. Eines der großen Probleme derzeit ist ja die erfolgreiche Verschiebung des Diskurses nach Rechts.

Das verstehe ich sehr sehr gut!

Doch wenn ich mich nicht irre, stehen Äußerungen, Symbole, Handlungen, das Kultivieren und Verherrlichen der NS-Herrschaft, uvm. sehrwohl als Straftatbestand im Gesetzbuch. Mich wundert es auch ehrlich, das Höcke, Gauland & co. in keinster Weise für ihre Handlungen und Äußerungen zur Rechenschaft gezogen werden.

Und leider ruft der Mechanismus des Tabuisierens die Polarisierung erst hervor. Und solange eine Tabuisierung einem Feindbild zugeschrieben werden konnte, wie zB. die Haltung der Kirche gegenüber Abtreibung, Homoehe etc. wird es diskutiert und auch als solches benannt. Beginnen wir selber mit einer Tabuisierung, einem Ausblenden oder sonstigem Selbstentzug der Debatte, scheinen wir diesen Menchanismus mit ganz heftig moralischen Werten zu rechtfertigen.

In der Vergangenheit war hauptsächlich das Einzige, was “Aktivisten” in unserer Gesellschaft der “A*D” entgegen brachten, pauschales Beleidigen und mit “Bist kein Nazi, aber..” durchs Dorf zu peitschen.

Ich nehme mich davon nicht aus! Und ich dachte damit auch, das würde reichen. Ich dachte es wäre richtig.

Jedoch erfahre ich heute, dass das Eingestehen der Niederlage, das dieses Konzept nicht funktioniert hat, es zu einfach war und ich mich möglicherweise mitverantwortlich sehe, ich mich mit der Kritik nun selbst im Zentrum einer Zielscheibe wiederfinde.

Wenn jedwede Kritik an der Regierung, die zufällig *nicht* auf der Agenda einer eher “liberalen” bzw. “linken” Partei steht automatisch “rechts” sein muss und mit der Parole “Kein Nazi, aber..” untermauert wird, stelle ich lediglich die Frage in den Raum, ob ich wohl möglicherweise diese Leute erst in die Arme der A*D trieb.

A*F zu wählen, selbst aus Protest, erntet bei mir auch nur ein Kopfschütteln.
Doch ist es dennoch ein Symptom für eine Ursache… und will ich die nun hören oder nicht?

Will ich den Mut aufbringen und das eigentliche Desaster in unserer Gesellschaft sehen oder nicht? Wo wir stillschweigend systematischem Unrecht zustimmen. Was wir aus Desinteresse Tyrannei gewähren lassen. Wo wir Wirtschaft vor den Schutz von Leben stellen. Wo wir “gut gemeint, ungleich gut getan” akzeptieren.

All das wird eben solche Auswüchse hervorbringen. Wo Teile der Gemeinschaft sich aus dem Diskurs ausschalten und ihre Meinungsbildung der Schwarmintelligenz einer Filterblase überlassen.

Je weiter dieses derzeitige Modell der Feindbildkatapulte und moralische Keule Debakel bleibt, um so schwieriger wird es einen Anfang zu finden.
Denn.. was sollen wir denn sonst machen?
Bürgerkrieg? Die Leute aus dem Land werfen?

Glaubt auch nur ein Mensch, das ein weiteres permanenten Ächten diese Menschen – ab nah oder fern am Rechten Ufer – diese zur Besinnung bringt?

Aussage: Wir werden aushalten müssen, dass Menschen mit einem entsprechenden Weltbild nun auch in den Parlamenten sitzen. Wenn ich mich in Europa umgucke hat weder das Einbinden (Dänemark, Österreich) noch das Ausgrenzen (Frankreich, Schweden) den Aufstieg entsprechender Parteien verhindern können. Schade, aber es gibt da kein Muster zu geben, nachdem die sich wieder zurück auf den Müllhaufen der Geschichte zurück befördern lassen. Davon abgesehen sollte es eine Selbstverständlichkeit unter Demokraten sein, um die Besten Ideen und deren Umsetzung zu streiten.

Ja, leider.
Doch können sie “entmachtet” werden. Wenn wir die Wähler von deren undemokratischen und systemfeindlichen Zielen überzeugen können.
Das schaffen wir meiner Meinung nach jedoch nicht, wenn wir sie für etwas bestrafen, worin diese keinen Sinn erkennen können.

Und nur weil eine noch so abstruse “Meinung” demokratisch bzw. nach dem GG gedeckelt scheint, kann man sich trotzdem gemeinsam über dessen Inhaltslosigkeit und Leere auseinandersetzen. Sie werden es selber merken.

In den 80ern haben “Wir” uns auch nicht vorschreiben lassen, was wir zu denken haben. Warum kommen wir heute auf die Idee, das es bei einer Personenmenge doch funktionieren sollte.
Nur weil die eine Meinung haben, die wir nicht teilen?

Wir haben gute Ansätze, um der A*D zu zeigen, wohin deren Ziele führen. Aber wir müssen uns auch gefallen lassen, das wir selbst auch wenig tun, um zum Beispiel Fluchtursachen WIRKLICH zu vermindern.

Das eine darf das andere eben nicht ausschließen.

Und was ich ebenfalls zu bedenken gebe: diese “rechte” Provokations-Show, letztmalig bewiesen vor einigen Tagen mit der Frankfurter Buchmesse 2017, wird derzeit in meinen Augen als Beschäftigungstherapie gepuscht, DAMIT uns nicht ein-/auffällt, dass in den letzten 20 Jahren kapitale und fatale Fehler gemacht wurden, die durch größere Fehler gedeckelt werden und wir nur nicht auf die Idee kommen, das Ganze zu hinterfragen.

PS: das was wir beide hier tun, ist Auseinandersetzung. Und DAS sollten wir auch wieder kultivieren und verbreiten

 

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