Wegwerfwahnsinn

Kann das weg?

Posted by Extra 3 on Samstag, 16. September 2017

Herrlich inszeniert!
(wird wieder etwas länger, kann eben nicht anders 🙂 )

Doch leider trifft es genau den Punkt.
Ich befürchte, das “wir” getriebenen Seelen da auch zu schnell in die “Schuld”-Frage übergehen.

Unsere Wirtschafts- und Finanzwelt hat sich in ein pervertiertes Hochgeschwindigkeitsrennen mit allen Mitteln durchgesetzt.

Es ist häufig sehr schwer zu lokalisieren, was da die Ursache war, wir Konsumenten?
Das Angebot? Die Henne oder das Ei?

Es ist ein Prozess, der heute gerne mit “Globalisierung des Marktes” beantwortet wird.
Doch dahinter stehen Dinge, über die kaum noch jemand gerne redet, weil es seine Mitverantwortung sehr ungeschminkt aufzeigt.

Es wird nicht erst seit “gestern” daran erinnert, das “lokal kaufen”, “Handwerk stärken” und dergleichen gemahnt wird. Wir antworten in der Regel mit “Naja, das kann man sich ja gar nicht mehr leisten”.

Stimmt das denn?
Es stimmt unter bestimmten Voraussetzungen. Nämlich, wenn ich mich gezwungen fühle, alles haben zu müssen, was mir vor die Nase gehalten wird.
Bin ich jedoch in dem Prozess einmal “gefangen”, bleiben mir nur mühsame Schritte, mich davon wieder zu befreien.

Zum Thema, Wegwerfen:
Immer häufiger muss ich feststellen, das die Geräte wirklich so konzipiert sind, das ein Versuch, sie zu reparieren das Gerät gänzlich zerstört.
Auch ich bin so ein “Volkswirtschaftsschädling” und flicke noch Jeans, bringe Schuhe zum Schuster und löte an Platinen rum, um minderwertige Kondensatoren zu tauschen 🙂

Die Industrie beobachtet den Markt, also die Konsumenten sehr genau. Und wegen zB. Initiativen wie “Murks, nein Danke!” fühlt sie sich entlarvt. Nun steuert sie nur noch so weit dagegen, dass der Vorwurf der “geplante Obsoleszenz” einfach akzeptiert wird.
Sie verlässt sich auch darauf, das wir viel zu träge sind, um tatsächlich Rechtsmittel einzulegen.

Sie baut darauf, das die Sucht nach den Objekten der Begierde größer ist, als der Wunsch sich dagegen aufzulehnen. Da gibt es recht einfache Mechanismen, die uns meist gar nicht auffallen.

Sei es ein im Verhältnis zur Serie billiges Modell, sei es Kooperationen mit anderen Dienstleistern durch Bundle-Angebote oder andere mehr.

Irgendwann landet so ein Gerät oder Klamotte in unseren Händen, integriert sich in den Alltag und wir bemerken es erst wieder, wenn es seinen Dienst nicht mehr tut.

Letztendlich ist es ein übelst eingefädelter Betrug und eine dem Kunden untergejubelte Mittäterschaft, die Straftat am Vermüllen des Erdballs.

Ich kann daher nur ans Herz legen, sich zum Einen das eigene Konsumverhalten anzuschauen und zum Anderen Initiativen wie “Murks – Nein danke! Für nachhaltige Produktqualität” zu unterstützen und lokal nach einem Repair-Cafe ausschau zu halten.

In diesem Sinne…