Auf Facebook stieß ich auf dieses Bild und klar fielen mir auch die leidigen Sätze ein, die ich damals zu hören bekam.

Zu “meiner” Zeit war die Tracht Prügel oder der “Hinternvoll” durchaus übliche Methoden, um ein Kind zu bändigen, zur Ordnung zu rufen oder eben schlicht “zu erziehen”.

“Mach mal die Augen zu, dann weißte was ‘Deins’ ist”
“Komm Du mal in mein Alter, dann wirst Du das anders sehen”
“Mach es so, wie ich Dir das sage, dann klappt das auch”
“Freu Dir schon mal den Hintern warm”

Sicherlich stehen hinter diesen “Sprüchen” auch durchlebte Leidensgeschichten. Ich selber bin eine davon. Doch in der derzeitig wieder entflammten Debatte über Gewalt gegenüber Kindern würde ich gerne ein paar Gedanken einstreuen wollen:

Ich setze mich mit dem Thema auch auf anderen Plattformen auseinander, und finde die Entschuldigung, das eine gewalterfahrene Kindheit selbst zu gewaltbereiter Erziehung in der Elternphase führt ein Stück zu einfach.

Die Gesellschaft als solche lernt dazu bzw. bildet auch einen gemeinsamen Haltungskonsens. Dieser kommt nicht von “irgendwo” sondern wird begleitet durch eine meist öffentliche Auseinandersetzung.

Demnach hat ein jeder die Chance, seinen Kopf aus der Filterblase zu stecken und sich bei Bedarf auch Hilfe zu holen. Die Jugendämter von heute sind nicht mehr der “Schrecken” von früher.

Damit “einem die Kinder weggenommen werden” muss schon wiederholt  recht Schlimmes passieren.

In der Kernaussage der Jugendämter steht immer mehr, das die Konflikte in den Familien gelöst werden sollen, anstatt die Parteien (Eltern/Kinder) isoliert in einem leeren Raum zu halten, wodurch die Ursachen eben nicht ergründet werden, schon gar nicht aufgearbeitet.

Will damit sagen, wenn Eltern ihre Kinder unter Androhung von seelischer, emotionaler oder körperlicher Gewalt “erziehen” wissen sie genau, was sie da tun. Und sie wissen auch genau, das es nach unseren heutigen Erkenntnissen Unrecht ist.

Stressfaktor unerfahrener, junger Eltern

Ich will damit nicht unterschlagen, das heutzutage “junge Eltern” durch ebenfalls “unfertige Eltern” erzogen wurden und damit z.B. schneller im Supermarkt ausrasten, wenn das Kind seine eigene Vorstellung von Einkaufen praktiziert. Doch ist es nicht sinnreich, dies in diesem Diskurs zu vermischen.

Das es für Kinder, die Gewalt als Erziehungsmodell erfahren haben, es später schwieriger ist, zu einem gesunden Selbstwert oder Selbstvertrauen zu finden, bleibt davon vollkommen unberührt. Der Schaden ist immens und macht sich selbst in vollkommen oberflächlichen Angelegenheiten bemerkbar.

Doch befürchte ich, das man hier nicht hektisch gegensteuern muss, da es eine “Entwicklung” auch für die breite Gesellschaft darstellt. Solche Prozesse ziehen sich oft über mehrere Generationen und das kann man vermutlich gar nicht abkürzen. So gerne ich das auch schneller umgesetzt sehen würde 🙂

Zurück zum “Sonderfall”, also ob ich denn da wirklich eine Ausnahme darstelle: Diese Bemerkung war (im Facebookkommentar) zum Teil ironisch gemeint.

Ich wünsche jedem Kind im Laufe der Entwicklung wenigstens einen Erwachsenen an der Seite, der mit etwas Weitsicht und Weltgeschehen als kleiner Verbündeter dem jungen Menschen beiseite steht.

So war es zumindest bei mir. Ein Mensch, bei dem ich einen “gedanklichen” sowie persönlichen Freiraum hatte, nicht funktionieren musste. Lesen anspruchsvoller Literatur, Musik, Kunst sind z.B. Dinge, die mir nicht von meinen Eltern nahe gebracht wurden.

Durch die fehlende/demontierte Institution Familie fehlt es genau an Vertrauenspersonen, welche den Kindern eine Stütze für Visionen und Hilfe beim Erklären von Zeitgeschehen stärken.

Aus romantisierten Erzählungen sind es oft die (Ur-)Großeltern oder (Stammes-)Ältesten, die über Parabeln Geschichten mit Tiefgang weitergeben, welche vor allem als Transportmittel für die Zuhörenden dienten, sich selbst ein Bild von “Recht und Unrecht” zu machen.

Und da kommen wir wieder zu dem Punkt, der in unserer heutigen Gesellschaft auf Probleme stoßen, die einen derzeit noch nicht “handle”baren Umstand aufzeigen:

Kinder sind kein Eigentum!

Wenn dieser Umstand “geknackt” ist und die Gesellschaft in der Lage ist, diese Thematik zu bedienen, kommen wir vielleicht auch zu einer angemessenen Erziehungsform und einem ebensolchen Verhaltenskodex gegenüber Kindern.

#IchSo heute in der Mittagspause :D<