System-Anomalie

Wer hat das Lenkrad?!

Autor: admin

Liebesbrief an die PIRATEN


Anmerkung
: Dieser Text wurde am 27.09.2017 an die Redaktion der (PIRATEN@)Flaschenpost geschickt, mit der Bitte, ihn als Gastbeitrag zu veröffentlichen.
Bis heute (3.10.2017) kam noch nicht mal eine Reaktion. Weder als Absage, noch als Stellungnahme. Da ich das als Bestätigung sehe, das sich die Piraten nicht der Kritik an internen Problemen stellen wollen, ist das gleichzeitig auch das finale Ende meiner Zugehörigkeit. Ich werde den Text nun selbst veröffentlichen. Schade, sehr Schade.

“Liebesbrief an die Piraten”

Witten, 25.09.2017
Meine Antwort und Ergänzung auf @Kristos und die “Enttäuschte Liebe” und @netzpolitik

Mit Bestürzen habe ich die Veröffentlichung von @netzpolitik gelesen und mein erster Impuls war wie @Kristos es auch beschrieb:
“WTF! Doch nicht jetzt und vor allem so ein echt fieser Tritt in die Genitalien!”
@Markus, @Anna das hat wirklich sehr verletzt!

Ich bin im Grunde Pirat der ersten Stunde. In Essen 2007 saß ich mit ein paar Nerds im Unperfekthaus zu einem der ersten Gründungstreffen. Die Stimmung war gut, Atmosphäre zum Schneiden, voll mit Ideen, Visionen und Aktivismus. Es war spannend. Lebhaft. Einfach Toll!
Diskussionen über den Zustand Deutschlands wurden im ganzen Haus, vor der Tür und auch noch bereits Stunden später online geführt. Immer im Vordergrund, demokratische Wege zu finden, diese ganzen ständig unter den Teppich gekehrten Themen auf den Tisch der Regierung zu knallen:
“Hier, eine Anmerkung von uns! Wir sind die Piraten! Merkt Euch das! Wir entern Euch!”

Damals hieß es, dass die Piraten eine starke Opposition werden wollen. Wir wollten uns einmischen, und unser erklärtes Ziel war bestenfalls – jedoch ausdrücklich hartnäckig(!) – “beratend zu digitalen Themen” aufzutreten, unerbittlich einzufordern, bei der Wahrheit zu bleiben und offenzulegen, wenn Verfassungsauslegungen bis hin zu Rechtsbrüchen getätigt werden, und sich als Stachel in den Pelz der Regierung zu bohren.

Da war ich voll mit dabei. Ich habe natürlich gesehen, welches Ausmaß diese Aufgabe mit sich bringt. Doch das wird zu stemmen sein, da waren wir uns alle sicher.

Vor der Bundestagswahl 2013 wurde dann der Kurs gewechselt und auf einmal wurde dieses Spielchen gespielt, eine Regierungspartei stellen zu wollen. Also das feste Vorhaben, dass die PIRATENPARTEI im Ausnahmefall tatsächlich regierungsfähig ist. Spätestens hier wurde meiner Meinung nach der Startschuss zum Zerlegen der Piraten gegeben.

Mal ganz abgesehen davon, dass mit einem Mal Leute auf der Bühne auftauchten, die ich als “Rampensau” bezeichne. In aller Regel meine ich das eigentlich liebevoll. In einigen Fällen galt das jedoch eher als nüchterne Aussage meinerseits.

Die Prioritäten der Piraten veränderten sich, und eine lebhafte Diskussion um die Neuausrichtung begann. Doch sie fand bereits unter einem neuen Stern statt. Aufrufe zur Selbstreflexion und Besinnung, zur Anmahnung “an die Navigatoren”, wurden mit härtester Diskreditierung bestraft. Das lässt sich leider nicht leugnen. Ich möchte mich nicht gern an die Diskussionen erinnern, in denen Mitglieder einfach rausgeekelt wurden. „Reisende soll man nicht aufhalten“ war eine nur zu häufig verwendete Entschuldigung. Im Nachhinein wird heute immer noch fehlender Parteipatriotismus vorgeworfen, da sie ja nicht mehr da sind.

Ja, ich gebe zu, die Situation um jegliche Bürgerrechte ist nicht erst seit 2017 absolut miserabel. Und ja, das war und ist nicht alles, was da schief läuft im Bundestag.

Obwohl erwiesenermaßen die ganzen Missstände im sozialen Bereich, Gesetzesbrüche bei Hartz4, das Pervertieren des Bildungssystems, die endlose und falsche Debatte in der Drogenpolitik und tausend Probleme mehr bestehen und die Piraten da ein erstaunliches Fachwissen, eine bewundernswerte Kompetenz aufweisen und die meisten sachkundigen Bürger in NRW stellen, war die Versuchung eben zu groß, die eigentlichen Ziele, wie zum Beispiel die Verteidigung der digitalen Bürgerrechte, nicht mehr als oberste Priorität zu behandeln – nur um im Stimmenfang maximal erfolgreich zu sein.

Meiner Meinung nach wäre es ausreichend gewesen, die “Versprechen der etablierten Parteien” öffentlich und entlarvend einzufordern und hartnäckig, und genau so wie ich die Piraten kannte, DORT den Finger in die Wunden zu legen! Ich kenne uns als unerbittliche Kritiker! Als Piraten eben. Und damit hätten wir auch unsere Ziele erreicht!

Um diese Ziele zu benennen versuche ich es kurz zu halten: Es gibt verdammt viel Leid und Unrecht in unserem Land. Doch wir können eben nicht alle retten. So bitter das auch ist. Denn wenn wir die digitalen Bürgerrechte und Teilhabe, die durch die Digitalisierung erreicht werden kann, die digitale Gesellschaftskompetenz und den Mißbrauch der parteipolitischen Macht der Regierung auf dem Schirm haben, reicht es eben nicht noch darüber hinaus für zum Beispiel Fluchtursachen, Pflegemissstand, Hartz4 und BGE – jeweils als in Gänze zu bedienenden Themenschwerpunkt. So sehr ich selbst auch zu den Themen stehe und sie lieber gestern als heute bereinigt hätte. Wir haben dafür keine Manpower, und dass dies das Image der Piraten eher ausdünnt und nicht wie proklamiert erweitert, zeigen u.a. die Mitgliederzahlen.
Diese Themen nicht ins Parteiprogramm zu übernehmen, heißt doch nicht zwangsläufig die Piraten wären hier gleichgültig! Man kann sich sehr wohl zu diesen Themen positionieren, wie zum Beispiel jetzt „Klare Kante gegen Rechts“.

Stattdessen haben wir Piraten uns dann hinreißen lassen, “denen” zu zeigen, wie man das machen soll, und das lässt sich eben niemand gerne sagen. Wir haben uns dazu hinreißen lassen, einen ganz fatalen und psychologisch kontraproduktiven Fehler zu begehen: Wir forderten weniger eine Verbesserung der Missstände ein, sondern wir symbolisierten uns zu Besserwissern, feuerten aus allen Rohren zur plumpen Diskreditierung der Anderen. Aus nahezu jedem Thema wurde etwas persönliches. Aus den Kanonenkugeln mit Fakten wurden häufig Beleidigungen und – ja, auch bei uns – purer Populismus.

Hätten wir unsere Angriffslust darauf beschränkt, unerbittlich zum “Einhalten der Regeln”, zum Einhalten des geleisteten Eides “Schaden gegenüber dem Volk abzuwehren” aufzufordern, wäre der Respekt, den wir hatten nicht in Gelächter oder gar Verachtung umgeschlagen. Wir waren so nah dran! Abgeordnetenwatch, Lobbyregister, jaaa.. so geht das. Das sind die Vereine und Organisationen, die wir mit Herzblut unterstützen und das sind die Themen, die wir für die Grundlage einer Demokratie verteidigen.

Das führt meiner Meinung nach dazu, dass immer mehr gerade ehemalige Piraten der frühen Generation an Infostände kommen und sich nicht mehr genug vertreten fühlen. Bisher habe ich in diesen Situationen darauf verzichtet explizit Stellung zu beziehen, auch um der Partei nicht zu schaden. Eine Selbstkritik, die auch Konsequenzen nach sich zieht, bleibt aber aus und wir entfernen uns immer weiter von der ursprünglichen Mission, so wie ich sie verstanden hatte.

Nun, vielleicht klingt all das noch nicht so sehr nach Liebesbrief.

Dann kommen jetzt auch endlich mal ein paar Sachen, die ich immer noch gut finde und die ich als Bausteine für ein Neuaufstellen der Piraten aus dem Scherbenhaufen betrachte:
Loyalität, Herzblut, Unerbittlichkeit, Wahrheitsliebe, Ehrenamt, Hartnäckigkeit, Einstehen für Bürgerrechte & Freiheit.
All diese Begriffe sind in meinen Augen bezogen auf die Piraten mehr als inhaltsschwanger!
Eine inhaltliche Anführung von Beispielen.. naja, ich könnte mal an einem Buch schreiben 😉

Letztlich, DAS sind die Piraten in meinen Augen immer noch! Und mit einer ausgesprochenen Herzenstreue zur Demokratie!

Ich hoffe, dass das Kriegsbeil zwischen @Piratenpartei und @Netzpolitik begraben wird und stattdessen eine neue gemeinsame Zeit kommt, um die Ziele im Bezug auf eine gelebte, bürgernahe Demokratie unter den Aspekten der (höflich ausgedrückten) fehlenden technischen, digitalen Kompetenz der Regierung in Augenschein zu nehmen. Und dass auch die Piratenpartei wieder stärker ihren Beitrag dazu leisten wird.

Ich schrieb in einer Mail an einen alten Piratenfreund “[..] Ich will die Piraten mit mindestens 10-15% im Bundestag sehen. Das wollte ich schon immer. Und das ist eben meine Prozentmarke [..]”. Nicht für eine Regierungsbeteiligung, sondern um sicher zu sein, dass unsere Werte und Einstellungen im Bundestag ausreichend Gehör finden.

Ich war bereits zweimal Mitglied bei den PIRATEN und bin vor der Bundestagswahl wieder ausgetreten. Trotzdem habe ich mich immer wieder für die Piraten engagiert. Bei einer Kursänderung, zumindest beim sichtbar werden vom Aufräumen, bin ich auch sofort wieder an Bord!

Redaktionell steht dieser Absatz für etwas, was mich beim “Vorfühlen” sehr verletzt hat.
Statt inhaltlich ein Interesse zu entwickeln hieß es über Twitter, “*[..] Rückwärts orientieren an einem Alt-/Ex-Pirat [..]*”, was mir eigentlich die Lust genommen hat, überhaupt noch irgendetwas dazu zu sagen.

In diesem Sinne…
“Kiel holen” oder “Liebesbrief ernst nehmen”!

LG
Andreas

Panorama-Beitrag: “AfD und Medien: Eine Frage von Schuld und Sühne?”

Wer trägt die Verantwortung für das Erstarken der AfD? Die Schuldfrage war nach der Wahl rasch geklärt: die Medien. Zapp – Das Medienmagazin fragt: Stimmt das?

Posted by Panorama on Donnerstag, 28. September 2017

Zunächst war ich wirklich sauer. Mein ersten Posting war:
“Fragt “wer wen”?
Beantwortet wurde das in den letzten 2 Tagen nun reichlich!

Doch statt der Sache auf den Grund zu gehen, werden jetzt auch noch Talkshows gefüllt um soooolange zu Fragen, bis die Presse & Medien wieder aus dem Schneider sind.. ‘Es wird sich doch sicherlich ein anderer Buhmann finden…’

Zur Not halten wir dieses AfD-Debakel bis zwei Wochen vor Weihnachten hoch.. dann ist der Bürger als Konsument eh nicht mehr in der Lage geradeaus zu denken und verstrickt in Geschenkekaufrausch…

Wenn das nicht ausreicht, erinnern “wir” einfach etwas an “Amri” und setzen den Bürger unter Endzeit-Stress, weil er nicht mehr weiß, wo er die Geschenke herholen soll, ohne von ‘nem Wüti-Terrori *) mit LKW überfahren zu werden..

[ *) was ist dran an dem Verdacht, das der Anstifter von Amri ein V-Mann gewesen sein soll? Was nützt eigentlich dieses V-Mann-Getue, wenn ein “verdeckter Ermittler” gar nicht zum Aufdecken von Straftaten dient, sondern sie auch noch herbeiruft? Na, irgendwelche Antworten? ]

Leute.. das Leben findet hier auf der Erde statt.
Mir kommt es so vor, als wären Bundestag und Medien auf irgendeinem anderen Planeten…

Um einen Anhaltspunkt zu geben, was der Journalismus wirklich tun kann, statt Mainstream auf bild-Niveau:

https://de.wikipedia.org/wiki/Investigativer_Journalismus

* Und helft der Gesellschaft raus aus dem Verblödungseinerlei!
* Helft beim Einsatz zum Schutz von Whistleblowern!
* Deckt den Dreck endlich auf, der eine gesunde Demokratie verhindert und sabotiert!
* Und haltet ab un zu etwas mehr Selbstkritik!”

Nachdem ich mich dann aber etwas beruhigt habe, konnte ich das dann etwas besser in Worte fassen:
😡
Dieses “Schwarze Peter” spielen und #whataboutism von Presse und Medien geht mir echt auf den Zünder!

Wenn Kritiker gegenüber dem Journalismus berechtigt eine “Mitverantwortung” oder gar “einen nicht unerheblichen Anteil” vorwerfen, ist es in meinen Augen das Letzte, sich beleidigt verteidigen zu wollen “Wieso bin immer ich an allem Schuld”!

Gerade den wortgewandten Journalisten, welche die Kunst beherrschen über “Trigger”-Begriffe Meinungsrichtungen zu erzeugen und Stimmungsbilder auszulösen sollten sich über das Wort “Schuld” mal ordentlich den Kopf waschen!

Schuld ist in aller Regel ein Begriff, der das Wort “Verantwortung” entkräftet, bisweilen aushebelt!

Schuld” beendet die Teilhabe an einem Geschehen!
Verantwortung” erzeugt nachhaltige Auseinandersetzung!

Die etablierten Medien wundern sich immer wieder über das sich ausdünnende Interesse. Und suchen dann die “Schuld” irgendwo..

Gegenüber den scharf formulierten Berichten, welche die geistige & rethorische Überlegenheit symbolisieren sollen und die sich hinterher als “schlecht recherchiert” oder “grenzwertig” erweisen, wundert MICH die Unfähigkeit, der Sache auf den Grund zu gehen, weshalb die Meinung über Journalismus einem Abwärtstrend folgt.

Ganz ehrlich… mir reichen manchmal die Teaser, um zu entscheiden, ob ich überhaupt wissen will, welcher Hirnsalat da wieder aus der Feder eines selbst ernannten Nachrichtenpredigers verfasst wird.

Just My2Cent

Frage auf FB: Wie sollten Politikkarrieren künftig aussehen?

Frage von Stefan Schridde auf Facebook

HmTja..

“Wie sollten Politikkarrieren künftig aussehen?”

Gefühlt – würde ich mir wünschen, das zum Beispiel “ehrenamtliche Arbeit” in ihren Lebensläufen auftauchen würden 🙂

Doch das ist wahrscheinlich auch gefühlt traumhaft 🙂

Ich bin ganz ehrlich, die Funktion von Parlamentariern ist mir schemenhaft klar, nachgelesen über das Portal der Bundesregierung und über Wikipedia.

Dennoch zu wenig um wirklich einschätzen zu können, wie es stattdessen aussehen sollte.

Ich gebe zu, das meine Kritik an jeweils einzelnen Politikern mich pauschalisieren lässt, bis hin zu “diese fiese Brut”.
Folgendes jedoch bewusst pauschal gehalten…

Mich ärgert der einseitige, finanzwirtschaftliche Lobbyismus um zum Beispiel Lebenszyklen von erwiesenermaßen schlechten Produkten künstlich am Leben zu halten und durch Produktserien mit minimalen Unterschieden in die Länge gezogen werden.

Mich ärgert, das dies mit dem Wissen geschieht, das dabei Umwelt, Lebensqualität und Nachhaltigkeit leiden.

Mich ärgert, das man uns für dumm verkauft, uns als Bürger schlecht behandelt.

Und vielfach dergleichen mehr..

Ein Gegenteil davon jeweils in den Biographien wäre mir eben lieb.

“Ehrlichkeit” ist ein abstrakter Begriff, denn wie die These “Jeder Mensch lügt – mindestens 200 mal am Tag” bezieht es sich auch auf das Weglassen von Informationen.

Und damit komme ich zum Kreisende 🙂
Ohne dem Aufbau von einem neuen Selbstbewusstsein bezogen auf Gesellschaft, Nachbarschaft und Interesse am Geschehen in der direkten Umgebung mit dem Willen zu Handeln statt zu “meckern” bleiben meine Wünsche nur im philosophischen Spiel.. “was wäre wenn” 🙂

War ein Versuch…

Video: Wegwerfwahnsinn – Kann das weg?

Wegwerfwahnsinn

Kann das weg?

Posted by Extra 3 on Samstag, 16. September 2017

Herrlich inszeniert!
(wird wieder etwas länger, kann eben nicht anders 🙂 )

Doch leider trifft es genau den Punkt.
Ich befürchte, das “wir” getriebenen Seelen da auch zu schnell in die “Schuld”-Frage übergehen.

Unsere Wirtschafts- und Finanzwelt hat sich in ein pervertiertes Hochgeschwindigkeitsrennen mit allen Mitteln durchgesetzt.

Es ist häufig sehr schwer zu lokalisieren, was da die Ursache war, wir Konsumenten?
Das Angebot? Die Henne oder das Ei?

Es ist ein Prozess, der heute gerne mit “Globalisierung des Marktes” beantwortet wird.
Doch dahinter stehen Dinge, über die kaum noch jemand gerne redet, weil es seine Mitverantwortung sehr ungeschminkt aufzeigt.

Es wird nicht erst seit “gestern” daran erinnert, das “lokal kaufen”, “Handwerk stärken” und dergleichen gemahnt wird. Wir antworten in der Regel mit “Naja, das kann man sich ja gar nicht mehr leisten”.

Stimmt das denn?
Es stimmt unter bestimmten Voraussetzungen. Nämlich, wenn ich mich gezwungen fühle, alles haben zu müssen, was mir vor die Nase gehalten wird.
Bin ich jedoch in dem Prozess einmal “gefangen”, bleiben mir nur mühsame Schritte, mich davon wieder zu befreien.

Zum Thema, Wegwerfen:
Immer häufiger muss ich feststellen, das die Geräte wirklich so konzipiert sind, das ein Versuch, sie zu reparieren das Gerät gänzlich zerstört.
Auch ich bin so ein “Volkswirtschaftsschädling” und flicke noch Jeans, bringe Schuhe zum Schuster und löte an Platinen rum, um minderwertige Kondensatoren zu tauschen 🙂

Die Industrie beobachtet den Markt, also die Konsumenten sehr genau. Und wegen zB. Initiativen wie “Murks, nein Danke!” fühlt sie sich entlarvt. Nun steuert sie nur noch so weit dagegen, dass der Vorwurf der “geplante Obsoleszenz” einfach akzeptiert wird.
Sie verlässt sich auch darauf, das wir viel zu träge sind, um tatsächlich Rechtsmittel einzulegen.

Sie baut darauf, das die Sucht nach den Objekten der Begierde größer ist, als der Wunsch sich dagegen aufzulehnen. Da gibt es recht einfache Mechanismen, die uns meist gar nicht auffallen.

Sei es ein im Verhältnis zur Serie billiges Modell, sei es Kooperationen mit anderen Dienstleistern durch Bundle-Angebote oder andere mehr.

Irgendwann landet so ein Gerät oder Klamotte in unseren Händen, integriert sich in den Alltag und wir bemerken es erst wieder, wenn es seinen Dienst nicht mehr tut.

Letztendlich ist es ein übelst eingefädelter Betrug und eine dem Kunden untergejubelte Mittäterschaft, die Straftat am Vermüllen des Erdballs.

Ich kann daher nur ans Herz legen, sich zum Einen das eigene Konsumverhalten anzuschauen und zum Anderen Initiativen wie “Murks – Nein danke! Für nachhaltige Produktqualität” zu unterstützen und lokal nach einem Repair-Cafe ausschau zu halten.

In diesem Sinne…

Diskurs: “Rassismus – Keine Entschuldigungen mehr”

Aussage: “[..] Ist es nicht genau anders herum: Die Altparteien haben Angst vor Auseinandersetzung [..]”

Habe eine Weile gebraucht, den Haken im Denken zu finden.
Das Problem, was vielfach stattfindet ist mit Ausgangspunkt-Hopping vergleichbar.

Sicher, die “Alt-Parteien” (etablierten Parteien) tun alles andere, als sich mit den Themen auseinander zusetzen, die dazu führten. Und sogar noch mehr, sie setzen auch noch geschmacklos in Szene, wie sehr der Bürger ihnen egal ist.

Doch um mich selbst in die Lösungsfindung integrieren zu können, muss ich einen “festen” Ausgangspunkt haben.

Entweder ich suche mir einen scheinbar “Übermächtigen” Ausgangspunkt (Die da Oben, machen eh was sie wollen) oder ich beziehe Position, in dem ich fest dabei bleibe (Alle Macht dem Volk) und meine (noch) bestehenden Rechte(Pflichten) wahrnehme.

Der Kasus knacktus ist, bin ich bereit, von meiner Lebenszeit etwas dafür herzugeben?

Meiner Meinung nach kann die “Schuld” nicht “allein” bei den etablierten Parteien liegen. Die abnehmende Wahlbeteiligung zeigt dies ja hervorragend, das sich im Grunde niemand mehr (mitunter begründet) dafür interessiert.
6 Monate vor der Wahl hieß es noch “das Kasperle-Theater Bundestag” und dergleichen mehr. Das Vertrauen in die bestehende Regierung ist mehr oder weniger gegen Null gefahren.
In diesem Punkt stimme ich darüber ein.

Doch in einem demokratischen System muss ich leider begreifen, dass wenn ich mich nicht engagiere, das bedeutet mehr zu tun als das Kreuz alle 4 Jahre, das ich “denen da oben” genau den Spielraum einräume, den die dann uferlos auch ausnutzen.

Wenn ich mich ausschließlich über die Untaten der etablierten Parteien aufrege, vergesse ich, das es nur ein Fragment in einer Kette der Entstehung des Problems ist.

Beispielsweise: In einem Beziehungskrach hat einer der Partner einen schlechten Tag. Dieser zickt nun den ganzen Tag rum, nörgelt, macht alles madig. Der andere versucht das irgendwie zu besänftigen. Doch vergebens. Die Situation kocht hoch und irgendwann kommt es zu einem lauten Streit.
Nehmen wir an, das nun der Sanftmütige irgendwann an seinen Grenzen steht und vor Verärgerung Teller zerschmeißt.
Später kann man am Telefon hören zur Situationsbeschreibung: “Teller gingen zu Bruch.” – “Warum hat er das getan?” – “Keine Ahnung, irgendwann wurde der einfach wütend”.

Dieses Fragment, nämlich eine “extreme Aggression” würde isoliert betrachtet die Situation (und den Werdegang) komplett verfälschen.
(Nebenbei, die bild-Zeitung arbeitet genau so).

Daher ist es eben nur dann ehrlich, wenn wir uns das Desaster im Bundestag ansehen, wenn wir erkennen, dass der Bürger seine demokratischen Grundrechte/-pflichten seit einer ganz Weile gar nicht mehr wahrnimmt.

Es gibt tausend Gründe, weshalb man meinen kann, dieses System funktioniert nicht mehr. Es gibt auch heute tausend Belege, woran man das erkennen kann.
Doch gibt es eben auch Belege dafür, das aus welchen Gründen auch immer, wir (die Bürger) die Demokratie schon lange nicht mehr genährt haben.
Wir picken uns die Rosinen runter. Zum Beispiel verzerren wir Meinungsfreiheit zum platten, freien pöbeln.

Und deswegen sind meine Bemühungen, das Gesamtbild zu erfassen und dies auch meinem nächsten Umfeld klar zu machen:
“Demokratie ist mehr als ein Funktionsmodell, sie ist ein Lebenskonzept. Wir haben vergessen wie attraktiv sie eigendlich ist”

Doch dazu müssen wir uns alle eben wieder einmischen..
Geistiges Brandschatzen und Bürgerkrieg fallen aus, da diese nicht zu den demokratischen Prinzipien gehören. Sehr wohl ist eine Demokratie in ihrer Grundsatzidee verletzbar, in dem man diese benutzt um einen Putsch zu erwirken.

So ist das mit dem Vertrauen, welches man gibt.. man offenbart sich und ist verletzbar.

Das Gegenteil davon ist jedoch weitaus schlimmer 🙂

Naja.. deswegen halte ich jedenfalls taktisches Wählen, berechnend ein anderes Ergebnis herbeiführen zu wollen statt die Ursache für eine Schieflage zu benennen/beseitigen für *nicht* demokratisch 🙂

PS: Ich sehe in meinen Beiträgen nicht, das ich die AfD diffamiere. Ich gebe ihr nur nicht den Raum, den sie sich wünscht – den Raum der emotionalen Entrüstung.

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